Diplom-Psychologin Stuttgart -Psychotherapie, Sexualtherapie, Ehetherapie, Paartherapie, Einzeltherapie, Kindertherapie


Information

Liebe - der Traum von der gemeinsamen Verwurzelung

Zum Paar gefügt

Zwei Buchen einer Wurzel
sacht bewegt, sobald ich
um ihren Tanz den Kreis beschreibe.

Die Stämme glatt und nah bei nah,
dass grad ein Luftzug
die Haut noch streichelt.

Erst im Geäst sind sie behende,
nackt winterlich verzweigt
vor leergeräumtem Himmel.

So bleiben sie im Takt,
verzückt mit leichter Beuge.
Weiß nicht, welche ist sie, welche er.

Zwei Buchen tanzen auf der Stelle

aus: Günter Grass: Letzte Tänze (2003)

In der Geschichte von Baucis und Philemon (Ovid), ist eine Liebesgeschichte zweier Menschen, die sich lieben, zusammen alt werden und den innigen Wunsch haben immer zusammen zu bleiben.

Diesen Traum - nach tiefer, gemeinsamer Verwurzelung - haben viele Paare als Wunsch für ihre gemeinsame Beziehung. Ein „Wurzelgeflecht„ soll sich entwickeln und die Beziehung halten und stabilisieren. Wie zwei Bäume, die nebeneinander stehen und gemeinsam wachsen und mit der Zeit auch unter der Erde eine gemeinsame Verwurzelung (Myzel) ausbilden. Über der Erde bleiben es immer zwei Bäume.

Auch in Partnerbeziehung- vielleicht auch in allen Arten von Beziehung, die durch Liebe, Wertschätzung, Respekt, innigen Begegnungen gekennzeichnet sind, entsteht neben „ Tiefe“ im Inneren gleichzeitig an der Oberfläche Differenzierung und ermöglicht so, neben der gemeinsamen Beziehungsentwicklung, individuelle persönliche Entwicklung.

Die Geschichte von Baucis und Philemon ist mehrere tausend Jahre alt und ist in der Literaturgeschichte immer wieder neu - bis zu zeitgenössischen Liededrmachern – als Beziehungsideal aufgegriffen worden.


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